Die frühe japanische Mythologie, festgehalten in den historischen Schriften Kojiki (712 n. Chr.) und Nihon Shoki (720 n. Chr.), beschreibt eine Welt, die aus dem anfänglichen Chaos geformt wurde. Im Zentrum dieser Kosmologie stehen die Ur-Götter (Kami) Izanagi („Der einladende Mann“) und Izanami („Die einladende Frau“).
Sie sind nicht nur die Schöpfer der japanischen Inseln, sondern auch die Schlüsselfiguren in der Erklärung von Leben, Tod und ritueller Reinheit im Shintoismus.
Die Schöpfung der Welt (Kuniumi)
Die Legende besagt, dass die himmlischen Götter Izanagi und Izanami den Auftrag gaben, das noch formlose, treibende Land zu festigen. Auf der Schwebebrücke des Himmels stehend, tauchten sie eine mit Juwelen besetzte Lanze in den primordialen Ozean. Als sie die Lanze wieder anhoben, tropfte salziges Wasser von der Spitze herab. Diese Tropfen gerannen und bildeten Onogoro-shima, die erste Insel Japans.
Auf dieser Insel vermählten sich die beiden und brachten in der Folge die weiteren Inseln des japanischen Archipels sowie unzählige Naturgottheiten (Kami) hervor, welche die Berge, Flüsse, Winde und Bäume bewohnten.
Der Abstieg in die Unterwelt (Yomi)
Der Schöpfungsakt nahm ein tragisches Ende bei der Geburt des Feuergottes Kagutsuchi. Izanami erlitt dabei tödliche Verbrennungen und verstarb, wodurch der Tod zum ersten Mal in die Welt trat.
Von Trauer überwältigt, reiste Izanagi in das Yomi-no-kuni, das dunkle Reich der Toten, um seine Gemahlin zurückzuholen. Izanami willigte ein mit ihm zurückzukehren, bat ihn jedoch, geduldig zu warten und sie nicht anzusehen, solange sie mit den Göttern der Unterwelt verhandelte. Izanagi brach dieses Tabu: Er entzündete den Zahn seines Kammes und erblickte die verwesende, von Dämonen umgebene Gestalt seiner Frau.
Gekränkt und voller Zorn über diese Schande, hetzte Izanami die Heerscharen der Unterwelt auf ihn. Izanagi gelang die Flucht, und er versiegelte den Eingang zur Unterwelt mit einem gewaltigen Felsbrocken.
Der ewige Kreislauf und das Ritual (Misogi)
An diesem Felsen sprachen die beiden Schöpfergötter ihren letzten Schwur aus. Izanami drohte, aus Rache täglich tausend Menschen seines Volkes zu töten. Izanagi entgegnete, dass er im Gegenzug täglich tausendfünfhundert Gebärhütten errichten werde, um neues Leben zu erschaffen. So wurde das mythologische Gleichgewicht zwischen Leben und Tod, Schöpfung und Vergänglichkeit besiegelt.
Um sich vom Schmutz des Todesreiches zu befreien, badete Izanagi anschliessend in einem Fluss. Aus diesem Akt der rituellen Reinigung (Misogi) entstanden die edelsten Götter des Pantheons, darunter Amaterasu, die Göttin der Sonne.
Eine flüssige Hommage an die Dualität
Diese fundamentale Dualität – die strahlende, kühle Reinheit des Lebens und die dunkle, warme Tiefe der Unterwelt – bildet die Basis für zwei unserer Biere, die untrennbar miteinander verbunden sind.
- Izanagi – Japanese Rice Lager: Gewidmet dem Gott der Schöpfung und der Reinheit. Ein extrem crispes, helles und trockenes Lager, das durch die Verwendung von Reisflocken an das klare Wasser des Misogi-Rituals erinnert.
- Izanami – Red Porter: Die Hommage an die Herrin der Unterwelt. Ein weiches, komplexes Porter mit dunkler rubinroter Farbe, samtiger malziger Süsse und erdigen Karamellnoten.
Obwohl diese Biere geschmacklich absolute Gegensätze bilden, teilen sie ein gemeinsames Herz: In beiden Suden haben wir die japanische Hopfensorte Sorachi Ace verwendet. Eine feine, verbindende Zitronen- und Kräuternote, die daran erinnert, dass Licht und Schatten denselben Ursprung haben.